Rosalia Elisabeth Broske, 1814

Name
Rosalia Elisabeth /Broske/
Art des Namens
Geburtsname
Vornamen
Rosalia Elisabeth
Nachname
Broske
Name
Rosalia Elisabeth /Musyal/
Art des Namens
Ehename
Vornamen
Rosalia Elisabeth
Nachname
Musyal
Kirchliche Trauung
Geburt eines Sohns
Details zur Zitierung: Malchow Stadtkirche Trauungen 3 Feb 1832 https://www.ancestry.de/sharing/29951034
Text:

* 10 Mai 1797 Breslau

Details zur Zitierung: Malchow Stadtkirche Trauungen 7/1845 https://www.ancestry.de/sharing/29732802
Text:

* 10 Mai 1797 Breslau

Tod eines Ehemanns
Tod
Notiz: Gemäß den katholischen Sterbebüchern von Lübeck ist im Jahre 1814 niemand katholischen Glaubens in Lübeck verstorben

Gemäß den katholischen Sterbebüchern von Lübeck ist im Jahre 1814 niemand katholischen Glaubens in Lübeck verstorben
Frank Warius 2007-06-15

Notiz: kein Eintrag im Index Sterberegister Lübeck 1814 (Ancestry)

kein Eintrag im Index Sterberegister Lübeck 1814 (Ancestry)
2024-10-26

Notiz: Historischer Kontext:

Historischer Kontext:
Der Winter und das Frühjahr 1813/1814 waren in Norddeutschland von einer verheerenden Flecktyphus- und Fleckfieber-Epidemie („Nervenfieber“) geprägt. Ausgelöst wurde diese durch die Belagerung Hamburgs und die brutale Vertreibung von über 20.000 mittellosen und oft infizierten Bürgern und Flüchtlingen am Weihnachtsabend 1813 durch den französischen Marschall Davout. Ein Großteil dieser Flüchtlingswelle zog nach Lübeck, was dort zu einer massiven Sekundärepdemie und zum Zusammenbruch des städtischen Bestattungswesens im Frühjahr 1814 führte.

Ortsfremde, verarmte oder in den provisorischen Militärlazaretten verstorbene Personen wurden in dieser Zeit oft namenlos in Massengräbern auf den neu angelegten Notfriedhöfen vor den Toren der Stadt (z. B. am Burgtor) verscharrt. In den Kirchenbüchern wurden diese Opfer meist nur noch als Strichliste („arme Personen vor dem Tore“) ohne Klarnamen erfasst. Das spurenlose Fehlen von Rosalia E. Broske in den Registern und das Zurückbleiben ihres Sohnes Johann Franz Wilhelm als mittelloser Waise in Lübeck sind ein direktes Indiz dafür, dass sie Opfer dieser historischen Seuchenkatastrophe wurde.
(Gemini Aug 2026)

Militärhistorische Einordnung der schlesisch-norddeutschen Migration Musyal (1809–1814)

Die enorme geografische Distanz zwischen der Region Breslau (Schlesien) im Jahr 1809 (Tod Vater Anton Musya) und der Hansestadt Lübeck im Jahr 1814 (Tod Witwe) lässt sich für eine mittellose Töpfer-Witwe und ihren 12-jährigen Sohn sozialgeschichtlich fast ausschließlich durch eine Bewegung im Gefolge der napoleonischen Truppen oder deren alliierten Rheinbund-Regimenter erklären. Schlesien war ab 1807 französisch besetzt; ab 1809/1810 wurden massive Truppenkontingente zur Grenzsicherung an die norddeutsche Ärmelkanal- und Ostseeküste verlegt.

1. Die Tross- und Militärlehr-These:
Rosalia Elisabeth Broske als Trossfrau: Nach dem Tod ihres Ehemannes Anton Michael Musyal um 1809 verlor Rosalia ihre zivile Existenz in Schlesien. Es ist hochgradig wahrscheinlich, dass sie sich als Marketenderin, Wäscherin oder Trossfrau einem der marschierenden Regimenter anschloss, um das Überleben für sich und ihren Sohn zu sichern. Im Zuge der verheerenden Typhus-Epidemie ("Nervenfieber") im Winter/Frühjahr 1814, die durch die aus Russland zurückströmenden Truppen und Hamburger Flüchtlinge nach Lübeck getragen wurde, verstarb sie wahrscheinlich in einem der dortigen Lazarette und wurde namenlos bestattet.

2. Franz Musyal als Regimentslehrling:
Dies würde erklären, dass der um 1797 geborene Franz in keinem zivilen Ein- und Ausschreibebuch der Hamburger oder Lübecker Tischlerzünfte für die Jahre 1811–1814 verzeichnet ist. Jedes napoleonische Regiment führte eigene Regimentshandwerker (Sappeure / Pioniere / Schreiner) für den Wagen- und Brückenbau. Franz könnte im prägenden Alter von 14 Jahren (ca. 1811) direkt im Feld- und Garnisonsdienst von diesen Militärhandwerkern angelehrt worden sein.

3. Der Ursprung des Spitznamens „Der Franzos“ für Franz:
Durch das jahrelange Aufwachsen im militärischen Biwak unter Soldaten der Grande Armée war Franz sprachlich und kulturell tief durch das Französische geprägt. Als das napoleonische System 1814 in Lübeck kollabierte und seine Mutter verstarb, stand der 17-jährige katholische Franz als Waise vor dem Nichts. Er musste seine Militärzeit im zivilen Handwerk anrechnen lassen, um ein Wanderbuch für die "Walz" zu erhalten. Seine im Feld erlernte Mundart und französische Prägung brachten ihm im evangelischen Malchow später den lebenslangen Spitznamen „der Franzos“ ein.
(Gemini Aug 2026)

Familie mit Anton Michael Musyal
Ehemann
1809
Tod: 1809Breslau (Stadt), Breslau
sie selbst
1814
Tod: 1814Lübeck, Schleswig-Holstein
Kirchliche Trauung Kirchliche Trauungvor 1797
4 Monate
Sohn
17971870
Geburt: 10. Mai 1797 Breslau, Schlesien
Tod: 11. Oktober 1870Malchow, Landkreis Waren
Kirchliche Trauung
Details zur Zitierung: Malchow Stadtkirche Trauungen 3 Feb 1832 https://www.ancestry.de/sharing/47643900
Tod
Details zur Zitierung: Malchow Stadtkirche Trauungen 3 Feb 1832 https://www.ancestry.de/sharing/47643900
Quellenzitat
Details zur Zitierung: 1